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Semirurali: Nur der dunkelhäutige Junge wurde übermalt – das ist kein Vandalismus, das ist Rassismus
Im Sport-Wandbild des Semirurali-Parks hat jemand alle Figuren des dunkelhäutigen Jungen übermalt, und nur diese. Das Team K beantragt eine Aktuelle Debatte im Gemeinderat. Die Gemeinde soll per Beschluss verpflichtet werden, Anzeige zu erstatten und sich als Zivilpartei einzulassen.
An der Außenmauer des Semirurali-Parks befindet sich das Wandbild „Über den Wettkampf hinaus“. Es wurde 2025 gemeinsam mit der Gemeinde und dem Stadtviertelrat Don Bosco geschaffen und feiert den Sport als Element der Einheit, des Respekts und der Vielfalt. Dort wurden alle Figuren des dunkelhäutigen Jungen mit Sprühfarbe übermalt. Nur diese, die anderen Figuren sind unversehrt. Gemeldet und mit Fotos dokumentiert hat dies Daniel Colm, Mitglied des Stadtviertelrates Don Bosco.
Das ist keine bloße Schmiererei und kein gewöhnlicher Vandalismus, sondern eine rassistische Tat. Sie trifft unsere dunkelhäutigen Mitbürgerinnen und Mitbürger. In einem Park, den täglich Familien besuchen und der an eine gemeinsame Geschichte von Vielfalt und Zusammenleben erinnert, verletzt sie vor allem die Kinder.
Der Vorfall reiht sich in ein besorgniserregendes Klima ein. Seit Wochen wird in der Stadt über die Hautfarbe der Figuren eines Wandbildes diskutiert, bis hin zum Rückzug der Unterstützung für das Projekt des Festivals ELLA durch Stadträtin Brillo und ihren Worten von einer „woken Sicht auf Kultur“. Wenn die Hautfarbe zum Gegenstand politischer Auseinandersetzung wird, vergiftet das die öffentliche Debatte. Bei einem Wandbild über den Sport wiegt das umso schwerer, wo doch so viele dunkelhäutige Athletinnen und Athleten den Namen Bozens mit Stolz in die Welt hinaustragen.
Daher wird das Team K in der Gemeinderatssitzung am Dienstag eine aktuelle Debatte beantragen. Dazu legt es eine Abstimmung vor, der die Gemeinde verpflichtet, Anzeige zu erstatten und sich in einem allfälligen Verfahren als Zivilpartei einzulassen. Jede politische Kraft wird zeigen können, wo sie steht.
Als Institution haben wir eine klare Pflicht. Die Verfassung verankert die gleiche gesellschaftliche Würde aller ohne Unterschied der Rasse. Sie und die gesamte Rechtsordnung verpflichten uns, jeder rassistischen Diskriminierung vorzubeugen und entgegenzutreten. Das schulden wir auch allen, die in dieser Stadt leben, arbeiten und aufwachsen.
Es mag wie eine Kleinigkeit wirken, doch gerade daran misst sich eine Zivilgesellschaft. Rassismus darf weder verharmlost noch geduldet werden.
Matthias Cologna und Thomas Brancaglion, Gemeinderäte des Team K, Margareth Fink, Daniel Colm, Lukas Abram, Alex Castellano, Pedro Rincon, Stadtviertelrätinnen und -räte des Team K



