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Die SVP verwehrt deutschsprachigen Kindern frühe Mehrsprachigkeit – eine politische Entscheidung gegen Chancengleichheit
Die Antwort von Landesrat Philipp Achammer auf die Landtagsanfrage von Alex Ploner bestätigt erneut: Die Landesregierung plant keine Maßnahmen, um deutschsprachigen Kindern im Kindergarten den Zugang zu italienischsprachigen pädagogischen Mitarbeiterinnen zu ermöglichen. Obwohl in italienischsprachigen Einrichtungen bereits erfolgreiche Modelle der frühen Mehrsprachigkeit umgesetzt werden, hält die SVP an ihrer einseitigen Linie fest.
“Während in italienischsprachigen Einrichtungen längst Modelle der frühen Mehrsprachigkeit Realität sind, hält die SVP bewusst an einer einseitigen und rückwärtsgewandten Politik fest. Deutschsprachigen Kindern wird systematisch eine Möglichkeit vorenthalten, die für ihre persönliche und berufliche Zukunft entscheidend ist: der frühe, natürliche Zugang zur Zweitsprache und zur Kultur der jeweils anderen Sprachgruppe. Diese Politik ist nicht nur widersprüchlich, sie ist ungerecht. Sie schafft bewusst unterschiedliche Ausgangsbedingungen für Kinder – je nach Sprachgruppe. Wer von Autonomie spricht, darf nicht gleichzeitig Bildungsbarrieren errichten“, sagt Alex Ploner, Landtagsabgeordnete des Team K.
Die wissenschaftliche Evidenz ist eindeutig und seit Jahren unbestritten: Früher Zweitspracherwerb stärkt kognitive Fähigkeiten, verbessert Lernprozesse und fördert interkulturelle Kompetenzen. Arbeiten von Sprachforscher, wie Balboni sowie neuere Studien, im nationale sowie und internationale Raum (etwa von Caon, Bialystok u.a.) belegen klar, dass Mehrsprachigkeit weder die Identität gefährdet noch den Erwerb der Erstsprache behindert. Wer das Gegenteil behauptet, argumentiert nicht wissenschaftlich, sondern ideologisch.
„Die SVP ignoriert diese Erkenntnisse bewusst. Statt auf Forschung und internationale Best Practices zu setzen, betreibt sie eine Politik der Abschottung. Eine Politik, die Kinder klein hält, anstatt ihnen Perspektiven zu eröffnen. Es geht nicht nur um Sprache – es geht um Teilhabe, um Inklusion und um das Recht jedes Kindes, sich in einer mehrsprachigen Gesellschaft frei zu entwickeln“, meint Alex Ploner.
Gerade in einer Zeit, in der Südtirol immer vielfältiger wird und Kinder mit unterschiedlichsten sprachlichen Hintergründen aufwachsen, ist diese Haltung nicht nur überholt, sondern gefährlich. Europäische Institutionen betonen seit Jahren die zentrale Bedeutung der frühen Mehrsprachigkeit und empfehlen ausdrücklich deren Förderung bereits im Vorschulalter, bedeutend ist die Studie von der Europäischen Kommission Kay Data on Teaching languages at school in Europe (2017).
“Die Linie der SVP steht im klaren Widerspruch zu den europäischen Bildungszielen. Es ist daher nicht akzeptabel, dass Landesrat Achammer und die SVP weiterhin eine Politik vertreten, die auf Ausgrenzung statt auf Öffnung setzt. Wer Kinder vor Sprache “schützen” will, nimmt ihnen in Wahrheit Zukunftsmöglichkeiten“, so Alex Ploner abschließend.



