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Kostenloses organisiertes Prostata-Krebs-Vorsorgeprogramm – die Mehrheit des Südtiroler Landtag sagt Nein zu Früherkennung
Dass Vorsorge im Gesundheitswesen besser sei als Nachsorge, ist laut Franz Ploner (Team K) nach der Ablehnung seines Beschlussantrages für ein organisiertes, risikoadaptiertes Prostata-Krebs-Screeningprogramm reine Polit-Rhetorik. „Ein kostenloses, von der öffentlichen Hand leicht organisierbares Vorsorge-Programm zur Früherkennung von Prostata-Krebs, der häufigsten Todesursache für Männer europaweit, abzulehnen, spottet allen Aussagen von vorausschauender Gesundheitsvorsorge und Gesundheitsplanung“, bedauert der ehemalige Primar und Team K Abgeordnete Franz Ploner.
Laut dem Landesgesundheitsbericht Südtirol 2021 erkrankten in Südtirol 415 auf 100.000 Männer an Prostata-Krebs, 67 davon starben am Tumor. Prostata-Krebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Männern und deren dritthäufigste Todesursache. Konkret schlug Franz Ploner daher folgende Schritte vor: Die derzeitigen spontanen Präventionsmaßnahmen sollten wie von den urologischen Fachgesellschaften und neuesten Leitlinien in ein standardisiertes, risikobasiertes und zentral organisiertes Screening-Programm zur Früherkennung von Prostata-Krebs überführt werden. Über das Bürgerportal der Provinz Bozen – Südtirol oder Sanitätsbetrieb sollten Männer ab dem 45 Lebensjahren stufenweise eingeladen werden, am periodischen Screening teilzunehmen. Dadurch steigt die Mitwirkung der Männer am Screeningprogramm. Die Finanzierung sollte aus dem Gesundheitsfonds des Landes Südtirol erfolgen und für die in Südtirol ansässigen Bürger kostenlos sein.
„In Italien ist hierbei die Lombardei federführend. Sie bietet seit 2024 allen in der Region ansässigen Männern auf niederschwelligem Weg die Möglichkeit, am Screening teilzunehmen, damit die Krankheit frühzeitig erkannt und deren Progression behandelt und verhindert werden kann. Bei Prostata-Krebs unterscheidet die Medizin zwischen Karzinomen, die sehr langsam wachsen und selten zum Tode führen und hoch aggressiven, die rasch und intensiv behandelt werden müssen, um nicht zum Tod zu führen. Ein europaweit bewährtes Vorsorgeprogramm mit einem Test auf das prostataspezifisches Antigen, das so genannte PSA, für Männer im Alter zwischen 45 und 70 Jahren, in Kombination mit einer Magnetresonanztomographie als Folgetest, stellt auch in Südtirols Gesundheitswesen parallel zu den wichtigen Screenings zur Frauengesundheit, einen unerlässlichen Schritt Richtung Prävention der Männergesundheit dar“, betont Franz Ploner.
Franz Ploner drückt im Besonderen auch sein Bedauern über die ablehnende Haltung von Gesundheitslandesrat Hubert Messner aus, der entgegen anderslautender, gebetsmühlenartiger Beteuerungen, Präventionsmaßnahmen im Bereich Gesundheit fördern und forcieren zu wollen, offensichtlich aus Parteiräson den Antrag abgelehnt hat. Franz Ploner überantwortet der Mehrheit im Landtag, die den Antrag abgelehnt hat, gleichzeitig eine ethische Verantwortung.
„Von den 75 Prozent an Prostata-Diagnosen bei Männern über 45 Lebensjahren ist jeder einzelne Fall für die Betroffenen und deren Angehörige einer zu viel. Wenn Früherkennung möglich ist und greifen könnte, die Politik aber Nein sagt, dann ist das in meinen Augen unverantwortlich“, so Franz Ploner abschließend.



