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Hörtenbergtunnel: Grundwasser als Vorwand, Millionen in die Täler. Team K fordert Alfreider – und die Gemeinde Bozen – zur Rechenschaft
Mit zwei Anfragen – eine im Südtiroler Landtag, eine im Gemeinderat von Bozen – fordert Team K Auskunft über die Zukunft des Hörtenbergtunnels und verlangt eine Anhörung der Techniker der Provinz. Jahrelang wurde das Projekt als strategisches Infrastrukturvorhaben für die Mobilität der Landeshauptstadt angepriesen. Heute scheint es immer mehr ins Wanken zu geraten – ohne dass jemand den Mut hätte, das offen auszusprechen.
Die Zahlen sprechen für sich. Für die Umfahrung von Wolkenstein – einer Gemeinde mit knapp 2.700 Einwohnern – hat die Provinz rund 97 Millionen Euro bereitgestellt. Für die Umfahrung von Percha, einer Gemeinde mit gerade einmal 1.700 Einwohnern, sind es 171 Millionen. Für den Hörtenbergtunnel hingegen, der Bozen mit seinen über 107.000 Einwohnern und dem gesamten Transitverkehr des Tals erschließen soll, bleibt die Finanzlage undurchsichtig – das Projekt liegt auf Eis.
„Das Grundwasser unter dem Hörtenbergtunnel ist ein seit Langem bekanntes technisches Problem – aber keineswegs ein unüberwindbares“, betonen die Gemeinderäte Brancaglion, Dragogna und Cologna. „Die Provinz wusste davon, als sie das Vorhaben in die Planung aufgenommen hat. Was sich nicht erklären lässt: Wie dieses Hindernis für Bozen plötzlich unüberwindbar werden kann, während man für die Täler in kürzester Zeit Hunderte von Millionen findet. Die Infrastrukturprioriäten von Landesrat Alfreider scheinen eher der Wahlkampfkarte zu folgen als den tatsächlichen Bedürfnissen der Bevölkerung.“
Es ist nicht das erste Mal, dass Bozen in diese Lage gerät. Wer sich an die A22-Affäre erinnert, weiß, wie die Geschichte ausging: Das Versprechen einer Untertunnelung bewog die damalige Stadtregierung dazu, auf den Tunnel der SS12 zu verzichten – im Vertrauen auf Zusicherungen aus dem Land. Am Ende flossen jene Mittel in eine Reihe von Umfahrungsstraßen, verteilt über das gesamte Landesgebiet. Die Landeshauptstadt ging leer aus. „Heute sieht man denselben Film“, kommentiert Paul Köllensperger. „Die Namen der Projekte sind andere, das Drehbuch bleibt gleich: Versprechen, Verzögerungen – und die Baustellen entstehen anderswo.“
Team K fordert von der Provinz Klarheit in drei Punkten: Welche technischen Gutachten wurden tatsächlich zum Grundwasser und zu den daraus entstehenden Mehrkosten erstellt? Welche Mittel sind für den Hörtenbergtunnel vorgesehen – sowohl für die Planung als auch für die Ausführung? Und bleiben diese Mittel an das Projekt gebunden oder können sie auf andere Maßnahmen im Land umgeschichtet werden?
Die Frage betrifft aber auch die Gemeinde Bozen unmittelbar. Der Tunnel ist für die Stadt unverzichtbar: Der Schwerverkehr Richtung Sarntal und Jenesien darf nicht länger durch das Stadtgebiet führen. Die zahlreichen Unfälle – darunter auch tödliche – auf der Freiheitsstraße dürfen nicht in Vergessenheit geraten. Deshalb hat das Team K – mit Unterstützung der gesamten Opposition – beantragt, die Techniker der Provinz direkt im Gemeinderat anzuhören: um aus erster Hand zu erfahren, wie weit die technische Planung gediehen ist, ob Vorschläge wie Konders Trassenführung unter den Talferwiesen tatsächlich geprüft werden oder ob zwischen SVP auf Gemeinde- und Landesebene schlicht ein Kurzschluss herrscht.
„Vizebürgermeister Konder und Mobilitätsstadtrat Ramoser bekleiden Ämter, die dieses Thema unmittelbar betreffen“, betonen die drei Gemeinderäte von Team K. „Sie haben privilegierte Kanäle zur Landesregierung und zum Landesrat Alfreider. Wir erwarten, dass sie diese nutzen – um die Interessen der Stadt zu vertreten, die sie verwalten. Bozen kann nicht länger darauf warten, dass man sich in der Provinz wieder an sie erinnert.“



