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Psychische Folgen bei Kindern: Team K sieht Warnungen aus der Corona-Zeit bestätigt
Die psychischen Belastungen von Kindern und Jugendlichen nehmen seit Jahren zu. Umso wichtiger sind frühzeitige Unterstützung und gut erreichbare Hilfsangebote an den Schulen. Für die Landtagsabgeordneten Alex und Franz Ploner zeigen die jüngst veröffentlichten Zahlen zur Schulpsychologie jedoch, dass Südtirol in diesem Bereich noch deutlich hinterherhinkt. Das Team K hatte bereits zu Beginn der Corona-Krise darauf hingewiesen, dass die Schulpsychologie massiv auszubauen ist.
Derzeit sind in Südtirol 12 Schulpsychologinnen und Schulpsychologen im Einsatz, vorgesehen sind insgesamt 15 Stellen. Damit ist eine Fachkraft rechnerisch für mehr als 6.000 Schülerinnen und Schüler zuständig. Die Landesregierung selbst hat in den vergangenen Monaten auf den Ausbau des Dienstes hingewiesen und weitere Stellen geschaffen. Gleichzeitig zeigen die veröffentlichten Daten aber auch, dass das Angebot noch weit von einer flächendeckenden Versorgung entfernt ist. Besonders deutlich wird dies im Vergleich mit Österreich. Dort standen zuletzt rund 190 Schulpsychologen für etwa 1,1 Millionen Schülerinnen und Schüler zur Verfügung. Bis Ende 2027 soll diese Zahl auf rund 390 Stellen verdoppelt werden. Österreich erreicht damit künftig etwa eine schulpsychologische Fachkraft für 2.800 Schülerinnen und Schüler. Südtirol liegt selbst bei vollständiger Besetzung aller vorgesehenen Stellen deutlich unter diesem Niveau.
„Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Während Österreich massiv in die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen investiert, hinkt Südtirol hinterher. Unsere Schülerinnen und Schüler verdienen dieselbe Unterstützung wie junge Menschen jenseits des Brenners“, erklärt Alex Ploner.
Nach Berechnungen auf Basis der veröffentlichten Zahlen wären in Südtirol rund 34 Schulpsychologinnen und Schulpsychologen notwendig, um ein ähnliches Betreuungsverhältnis wie das künftig angestrebte österreichische Niveau zu erreichen. Für das Team K ist dies ein deutlicher Hinweis darauf, dass die bisherigen Maßnahmen zwar ein Schritt in die richtige Richtung sind, der tatsächliche Bedarf aber deutlich größer ist.
„Wer früh psychisch unterstützt, verhindert später viel menschliches Leid und hohe Folgekosten für das Gesundheitssystem. Psychische Gesundheit darf kein Randthema sein. Gerade an unseren Schulen braucht es ausreichend Fachkräfte, die Kinder, Eltern und Lehrpersonen rasch und unbürokratisch unterstützen können. Allzuoft wird in dieser Diskussion auf die Sozialpädagoginnen und -pädagogen in den Schulen verwiesen. Niemand käme auf die Idee, einen Mangel an Ärztinnen und Ärzten durch zusätzliches Verwaltungspersonal ausgleichen zu wollen. Genauso wenig kann ein Mangel an Schulpsychologinnen und Schulpsychologen durch Sozialpädagoginnen, Sozialpädagogen oder ZIB-Teams kompensiert werden. Alle diese Berufsgruppen haben ihre Berechtigung und erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Wenn jedoch immer mehr Kinder aus Angst nicht mehr zur Schule gehen, dann braucht es vor allem ausreichend psychologische Fachkräfte für Diagnostik, Beratung und Begleitung”, so Franz Ploner.
Der Abgeordneten wollen deshalb vom zuständigen Landesrat unter anderem wissen, wie sich die Versorgung mit Schulpsychologen in den einzelnen Landesteilen konkret gestaltet, wie viele Schülerinnen und Schüler tatsächlich betreut werden können und welche weiteren Schritte geplant sind, um die psychologische Unterstützung an Südtirols Schulen nachhaltig auszubauen.
„Wenn wir wollen, dass junge Menschen Herausforderungen bewältigen, Krisen frühzeitig überwinden und ihre Potenziale entfalten können, dann müssen wir auch bereit sein, in ihre psychische Gesundheit zu investieren. Österreich macht vor, dass ein konsequenter Ausbau möglich ist. Südtirol sollte diesem Beispiel folgen.“, so Alex Ploner abschließend.



