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Die Fratelli und Urzì bekommen ihren Wahlkreis – und die SVP spielt mit
„Nicht einmal Urzì hätte sich getraut, das zu fordern, was die SVP ihm nun auf dem Silberteller vorgesetzt hat“, so Paul Köllensperger vom Team K.
Freilich, die SVP hat ihre Schäfchen, sprich alle anderen Wahlkreise ins Trockene gebracht, mit einem weiterhin für sie maßgeschneiderten Wahlgesetz. Der frühere Wahlkreis Bozen-Unterland, der jetzt zum italienischen Wahlkreis Bozen-Leifers mutiert, ist der Preis dafür.
Der neue Wahlkreis ist das Sahnehäubchen auf einem Wahlgesetz, das für Südtirol eine Sonderregelung vorsieht – nicht etwa zum Minderheitenschutz, sondern einzig und allein zum Schutz der SVP-Sitze in Rom. Ein Wahlgesetz mit solchen Besonderheiten wie die Hürde von 20 % auf regionaler Basis würde man eher in einem Land wie der Türkei vermuten, als in einem vermeintlich demokratischen Südtirol. Dazu die Unart und der möglicherweise folgenschwere Präzedenzfall, daran mitzuarbeiten, wie ein Wahlkreis für den Sieg eines bestimmten Kandidaten zugeschnitten wird, was man wiederum eher bei Donald Trump vermuten möchte als hierzulande.
Doch Ethik scheint für diese SVP und ihre rechten italienischen Brüder schon länger ein Fremdwort zu sein.
Den Preis für diese Paktelei im Hinterzimmer bezahlen das Unterland und Überetsch, die zum Wahlkreis Burggrafenamt-Vinschgau kommen und wohl kaum noch einen eigenen Kandidaten aufstellen können. Vor allem Bozen und Leifers, wo die deutschen Bewohner morgen entscheiden können, ob sie lieber den Mittelinks-Italiener oder SVP-Partner Urzì wählen wollen, da ein deutscher Kandidat nicht den Hauch einer Chance mehr haben wird. Aber eines sollte allen anderen Südtirolern klar sein: Verraten und verkauft wurden alle Südtiroler, die nicht SVP wählen.
Denn diese Partei, die bei den Landtagswahlen gerade noch 35 % auf 71 % Abstimmende – also nur ein Viertel der Bevölkerung – hinter sich vereint, will weiterhin 100 % des Landes in Rom vertreten.



