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Regenwasser als Ressource: Wie ernst meint es Brixen mit der Regenwassernutzung?
Die Gemeinde Brixen hat auf eine Anfrage der Team-K-Fraktion zur Regenwassernutzung geantwortet, die in der gestrigen Sitzung des Gemeinderats behandelt wurde. Die Gemeinderätinnen Sabine Mahlknecht, Elisabeth Fulterer und Verena Waldboth wollten wissen, ob die seit 2021 in der Bauordnung vorgeschriebenen Regenwasserspeicher tatsächlich funktionieren. Die Antwort bestätigt ihre Befürchtung: Eine eigene technische Kontrolle durch die Gemeinde gibt es nicht.
Laut Bürgermeister Andreas Jungmann wurden seit 2023 insgesamt 38 Baugenehmigungen für private Neubauten mit verpflichtendem Regenwasserspeicher erteilt (2023: 12, 2024: 17, 2025: 6, 1. Halbjahr 2026: 3) – bei öffentlichen Gebäuden keine einzige. Ob die Speicher am Ende tatsächlich funktionsfähig und angeschlossen sind, prüft die Gemeinde jedoch nicht selbst: Es genügt eine Konformitätserklärung des ausführenden Fachunternehmens, die bei der Meldung der Bezugsfertigkeit eingereicht wird. Eine Vor-Ort-Kontrolle durch ein Gemeindeamt findet nicht statt. Auch zur tatsächlich erzielten Trinkwassereinsparung sind der Gemeinde keine Daten oder Schätzungen bekannt.
„38 Speicher auf dem Papier, aber keine einzige unabhängige Kontrolle, ob sie wirklich funktionieren – das ist genau das Problem, das wir aufgezeigt haben. Eine Selbsterklärung der Baufirma ersetzt keine echte Abnahme“, bemängeln die Team K-Gemeinderätinnen.
Eine Anpassung der Bauordnung, die eine volle Funktionsfähigkeit und gebrauchsfertige Anschlüsse ausdrücklich vorschreibt, hält die Gemeinde derzeit nicht für nötig – die geltenden technischen Vorschriften seien ausreichend. Immerhin will die Gemeinde die Regenwassernutzung im Rahmen des in Kürze startenden Grünraumplans stärker fördern.
„Ohne Kontrolle und ohne Zahlen zur Einsparung weiß die Gemeinde schlicht nicht, ob ihre Vorschriften etwas bringen. Der Grünraumplan ist ein richtiger Schritt, aber er darf keine Ausrede dafür sein, jetzt nichts zu ändern“, meint Harald Wenter des Team K Brixen.
Das Team K Brixen betont, am Thema dranbleiben zu wollen und wird weiterhin sowohl eine unabhängige technische Kontrolle als auch eine Nachschärfung der Bauordnung einfordern.



