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Wenn Förderung fehlt: Südtirols inklusive Schule stößt an ihre Grenzen
Das Team K warnt vor gravierenden Mängeln bei der schulischen Inklusion in Südtirol. Der Mangel an Integrations- und Förderlehrpersonen an Südtirols Schulen spitzt sich weiter zu. Immer mehr Kinder mit Behinderung oder besonderem Förderbedarf treffen auf zu wenig Unterstützung im Schulalltag. Der Landtagsabgeordnete Alex Ploner (Team K) wendet sich deshalb mit einem dringenden Appell an die Landesregierung und an die zuständigen Minister in Rom.
Für das Schuljahr 2026/27 sind allein in der deutschen Bildungsdirektion über 56.000 Schülerinnen und Schüler eingeschrieben. Darunter befinden sich tausende Kinder mit diagnostiziertem Förderbedarf, etwa aufgrund von Behinderungen, Autismus, Down‑Syndrom, Legasthenie oder anderen Lernschwierigkeiten. Trotzdem wird die Zahl der Integrationslehrpersonen weiterhin nach einer starren Quote berechnet: eine Lehrperson auf 100 Schüler, unabhängig davon, wie viele Kinder tatsächlich besondere Unterstützung brauchen.
„Diese Quote, die aus einem Gesetz stammt, welches 26 Jahre alt ist, hat mit der Realität in den Klassenzimmern nichts mehr zu tun. Wir zählen Schüler und nicht Bedürfnisse und genau da liegt das Problem.“, erklärt Alex Ploner.
Besonders problematisch: Auch Schülerinnen und Schüler mit anerkanntem Recht auf individuelle Förderung erhalten oft nicht die notwendige Unterstützung. Viele Integrationsstellen sind zudem nur befristet oder in Teilzeit besetzt, manche bleiben ganz unbesetzt. Die Folge sind häufige Personalschwankungen und fehlende Kontinuität, zum Nachteil der betroffenen Kinder und ihrer Familien. Das Recht auf inklusive Bildung ist gesetzlich und verfassungsrechtlich geschützt . Mehrere Urteile des italienischen Verfassungsgerichts stellen klar, dass dieses Recht nicht aus Spargründen eingeschränkt werden darf. Dennoch geschieht in Südtirol genau das.
„Inklusion ist kein Bonus und keine freiwillige Leistung, sondern ein Grundrecht. Wenn Kinder mit Diagnose nicht die Unterstützung bekommen, die sie brauchen, dann versagt das System. Wenn an einem Oberschulzentrum mit fast 600 Schülern nur eine 1,33 Stelle für Integrationslehrpersonen vorgesehen ist, sagt dies schon alles. Diese Entwicklung hätte man schon sehr viel früher erkennen und handeln müssen. Das Thema Integration muss stärker in die universitäre Ausbildung integriert werden. Nach fünf Jahren Masterstudium muss aus meiner Sicht eine Lehrperson auch im Bereich Integration schon eingesetzt werden können. Die zweijährige Zusatzausbildung tut sich kaum noch jemand an.“ betont Alex Ploner.
Da das Abkommen zur Umsetzung der staatlichen Regelungen für Südtirol seit Jahren ausgelaufen ist, fordert Alex Ploner nun ein dringendes Eingreifen der Regierung in Rom. Ziel müsse es sein, ausreichend Lehrpersonal bereitzustellen und das System wieder am tatsächlichen Förderbedarf der Kinder auszurichten.



