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Gefälschte Sprachdiplome erschüttern das Vertrauen in den öffentlichen Dienst: umfassende Reform der Sprachprüfung überfällig
rpt
Laut Medienberichten werden über 1.700 Sprachdiplome im öffentlichen Dienst überprüft, die unrechtmäßig erworben oder anerkannt worden sein sollen. Bestätigt sich das Ausmaß, ist es kein Einzelfall mehr, sondern zeigt ein strukturelles Problem auf, das das Vertrauen in die Verwaltung und die Gleichbehandlung aller Kandidatinnen und Kandidaten schwer beschädigt.
Für das Team K kommt der Skandal nicht überraschend: Seit Jahren fordert die Bewegung eine Reform des Zwei- und Dreisprachigkeitsnachweises, damit dieser stärker an den realen Anforderungen des Berufsalltags ausgerichtet wird.
„Der neue Skandal von hunderten gefälschten Zertifikate, der in Südtirols Verwaltung in den vergangenen Tagen zutage getreten ist, belegt eindeutig: das System der Zweisprachigkeitsprüfung ist in dieser Form gescheitert. Das System gewährleistet weder ausreichende Kontrollen noch eine praxisgerechte Bewertung der Sprachkompetenz“, erklärt Landtagsabgeordneter Franz Ploner. „Wer täglich mit Patientinnen, Bürgerinnen oder Kolleginnen arbeitet, muss die Sprache tatsächlich beherrschen. Entscheidend ist die reale Kommunikationsfähigkeit, nicht nur ein formaler Nachweis.“
Das Team K fordert daher:
- Verpflichtende Prüfung aller extern erworbenen Sprachzertifikate vor deren Anerkennung.
- Praxisnahe Sprachprüfungen, orientiert an den Anforderungen des jeweiligen Berufs.
- Intensivsprachkurse am Arbeitsplatz sowie Peer-Tutoring zur laufenden Verbesserung.
- Eine Reform des Prüfungswesens, die Sprachkompetenz nach beruflichen Anforderungen bewertet und Missbrauch verhindert.
- Lückenlose Kontrollen und transparente Verfahren zur Wiederherstellung des Vertrauens.
Gerade im Gesundheitswesen, in Schulen und überall dort, wo direkter Bürgerkontakt besteht, müssen sprachliche Kompetenzen tatsächlich vorhanden sein. Bürgerinnen und Bürger haben ein Recht auf verständliche Kommunikation in ihrer Muttersprache und auf einen öffentlichen Dienst, der auf Fairness und Chancengleichheit basiert.
Das Team K sieht den Skandal als Weckruf: Es reicht nicht, Einzelfälle aufzudecken und zu sanktionieren. Notwendig ist eine grundlegende Reform des gesamten Systems, damit ehrliche Kandidatinnen und Kandidaten nicht benachteiligt werden.
„Dabei geht es nicht darum, das Sprachniveau in den Fachbereichen zu senken, sondern um Sprachkompetenzen für die Bereiche zu prüfen und zu fördern. Die Zweisprachigkeit ist ein Grundpfeiler der Südtiroler Autonomie. Die Regeln müssen streng, nachvollziehbar und fair sein. Wer die Sprache beherrscht, soll dies nachweisen können. Wer betrügt, darf keinen Vorteil daraus ziehen.“



