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Antrag zur Zweisprachigkeit im Gesundheitswesen abgelehnt: eine weitere verpasste Chance
Nicht einmal der schwere Skandal um gefälschte Sprachzertifikate hat heute im Südtiroler Landtag den gesunden Menschenverstand siegen lassen. Die Diskussion hat aber eines erzielt: Der Landeshauptmann selbst will jetzt eine Lösung präsentieren. Der Antrag – bereits in der vergangenen Legislaturperiode eingebracht –, zielte darauf ab, das System der Sprachzertifizierungen im Gesundheitswesen pragmatisch zu reformieren, nach dem Vorbild von Modellen, die in anderen Ländern bereits erfolgreich angewandt werden. „Das Thema der Zweisprachigkeit darf nicht auf eine bürokratische oder ideologische Frage reduziert werden: In erster Linie geht es um die Qualität der medizinischen Versorgung, die Sicherheit der Patientinnen und Patienten und die Funktionsfähigkeit des Systems. Die Diskussion wird zwangsläufig wieder aufgenommen werden müssen, denn das Problem bleibt – Tag für Tag – auf dem Tisch“, erklärt der Ersteinbringer Franz Ploner.
Der vom Landtagsabgeordneten und Arzt Franz Ploner eingebrachte Vorschlag orientierte sich an Modellen, die in deutschsprachigen Ländern bereits erfolgreich für ausländische Ärztinnen und Ärzte sowie für Gesundheitspersonal angewandt werden: ein Sprachniveau B2 für die Alltagssprache, ergänzt durch eine spezifische C1-Prüfung für den medizinisch‑fachlichen Bereich.
„Es ging nicht darum, das sprachliche Niveau zu senken, sondern praktikable und vernünftige Lösungen zu finden, die dem Personalmangel Rechnung tragen und mit der nötigen Flexibilität Hindernisse überwinden“, betont Franz Ploner. „Was im Gesundheitswesen wirklich zählt, ist die Fähigkeit, die Patientinnen und Patienten zu verstehen, die Anamnese korrekt zu erheben sowie Diagnosen und Therapien in ihrer Muttersprache zu erklären. Die derzeitigen Prüfungen sind zu starr und zu weit von der beruflichen Praxis entfernt – eine grundlegende Reform bleibt daher unerlässlich.“
Auch Paul Köllensperger hebt den sehr konkreten Kern der Problematik hervor: „Angesichts endloser Wartelisten und des Personalmangels ziehe ich eine Ärztin oder einen Arzt vor, die oder der mich auf B2‑Niveau in meiner Muttersprache ansprechen kann, statt gar niemanden zu haben. Diese Meinung teilen viele Patientinnen und Patienten ebenso wie zahlreiche Beschäftigte im Gesundheitswesen. Die heutige Ablehnung zeigt leider, dass dieses reale Bedürfnis nicht ernst genommen wurde.“



