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Neues Krankenhausinformationssystem der Gesundheitsbezirken Brixen und Bruneck: Landesrat Messner zieht Umsetzung durch – trotz offenen Briefes von über 200 Ärztinnen und Ärzten
Die Antwort auf die Team K-Anfrage 1876/26 ist eindeutig: Das neue Krankenhausinformationssystem NGH wird nicht ausgesetzt. Auf die Forderungen der Ärzteschaft aus den Bezirken Brixen und Bruneck geht man nicht ein, und den Mehraufwand misst man nicht einmal.
Über 200 Ärztinnen und Ärzte der Gesundheitsbezirke Brixen und Bruneck haben in einem offenen Brief die gravierenden Mängel des neuen Krankenhausinformationssystems NGH aufgezeigt: fragmentierte Abläufe, bis zu drei Programme, die für eine einzige Visite parallel bedient werden müssen, langsame Server, mehr Zeit am Bildschirm und weniger Zeit für Patientinnen und Patienten. Die Antwort von Landesrat Hubert Messner lässt keinen Zweifel: „Die Landesregierung und SABES halten am eingeschlagenen Weg fest. […] Eine Aussetzung der Einführung ist daher nicht vorgesehen.“ Eine unabhängige Evaluierung hält der Landesrat derzeit „nicht für zielführend“.
Bezeichnend ist: Den zusätzlichen Aufwand für die Dokumentation kann der Sanitätsbetrieb nicht beziffern. Vergleichende Zeitmessungen vor und nach der Umstellung wurden schlicht nicht durchgeführt. Die Einführung geht trotzdem unvermindert weiter: Nach den Notaufnahmen in Brixen und Sterzing folgen im Oktober Bruneck und Innichen, Ende Oktober dann der stationäre Bereich in allen vier Häusern. Allein 2025 und im ersten Halbjahr 2026 flossen rund 10 Millionen Euro in das neue Informationssystem.
„Wer die Stimme von über 200 Ärztinnen und Ärzten überhört, nimmt die Folgen für die Versorgung bewusst in Kauf“, so Franz Ploner. „Die Mehrbelastung geht zulasten der Arbeitszeiten und der Zeit am Krankenbett, längere Wartezeiten sind unvermeidlich. Statt von oben durchzuziehen, bräuchte es eine partnerschaftliche und kollegiale Haltung: innehalten, zuhören und gemeinsam mit der Ärzteschaft Lösungen suchen und umsetzen.“
Anfrage Nr. 1876/26-XVII | Politische Akte | Südtiroler Landtag



